15 | 10 | 2019

Unser Häs

Vogt Vogt 

Wer hat auch schon aus dem Mittelalter eine solche liebwerte Figur wie den „Vogt" an seinem Ort vorzuweisen, wie das in Kolbingen der Fall ist. Und wer kennt in unserem Land nicht den Schwank „Der Vogt von Kolbingen". Jedenfalls stand er früher in allen Lesebüchern und findet sich in allen bedeutenden Sammlungen. Wenn man diese Gestalt ergründen will, darf man nicht dem Ursprung von „Häs" und „Maske" nachgehen, sondern muß ihre Legende erfassen.

Der „Vogt" hat nichts mit den dämonischen Narrengestalten zu tun, er ist vielmehr das Bild des „reinen Toren", das aus dem Mittelalter überliefert ist. Man findet „Narren" seiner Art häufig in der volkstümlichen Literatur des Mittelalters. Auf seine Zugehörigkeit zur Szene der mittelalterlichen Narren verweist auch die „Kappe", die er in dem Schwank „als Pfand seiner Rückkehr" zurücklässt; es ist dies ganz einfach die Narrenkappe, das Attribut der mittelalterlichen Narren. Man darf hier an die mittelalterliche Zeit denken, da neben dem „Sapiens" dem „weisen Rat", auch der „Inspiens", der Narr, immer dazu gehörte. Mitunter konnte es auch zu eigenartigen Vertauschungen der Rollen des „Sapiens" und des „Inspiens" kommen, wie es auch im Schwank vom „Vogt von Kolbingen" deutlich wird. Dass man dem „Vogt" auch noch das „Narrenzepter" beigegeben hat, entspricht ebenfalls ganz der alten Überlieferung. Neben diesem Stab gehörte auch die „Keule" oder der „Kolben" früher zum selbstverständlichen Attribut des Narren. In einem alten Text heißt es „zem toren kleit nam er einen kolben groz und michel gnuog in sine hant".

Man muß dieser Spur nachgehen, weil die Kolbinger ja früher den „Kolben" im Wappenbild hatten. Die Gründer der „Narrenvogtei" hatten also seinerzeit das richtige Gespür und den notwendigen Sachverstand, als sie den Vogt aus dem alten Schwank zu ihrer Narrenfigur erkoren.

 

Hilbweible Hilbweible

In früheren Jahren, als auf dem karstigen Heuberg das Wasser sehr knapp war, war jede natürliche Wasseransammlung lebensnotwendig. So eine Stelle gab es auch in Kolbingen und Hilb genannt. Sie lag am südlichen Rand von Kolbingen, und heute noch trägt dieses Gewann den Flurnamen Hilb.

Seit Urzeiten verbreitet ist der Glaube an Zauberwesen, an Kobolde und Hausgeister, an gute und böse Feen. Sie wurden mit örtlichen Namen bezeichnet und waren in der Vorstellung der Menschen real existierende, wenn auch nicht menschliche Wesen mit vielseitigen Zauberkräften. Man sah in ihnen Wesen die oft im Waldesinneren und an gefährlichen Stellen lauerten um Unvorsichtige irrezuleiten oder zu erschrecken und sie in Angst zu versetzen. Geister die sich an Seen, Weihern oder Flüssen aufhielten und Unachtsame bedrohten, sie hineinzuziehen oder gar zu ertränken. Für eine Mutter war es offensichtlich von Vorteil, wenn sie sicher sein konnte, dass ihre Kinder zuviel Angst vor dem vermeintlichen Wald- oder Wassergeist hatten um an einem so gefährlichen Ort zu spielen. Die Nützlichkeit einer solchen Erzählung lag auf der Hand und erklärt ihren jahrhundert langen Fortbestand.

Um einen solchen Geist handelt es sich beim Hilbweible. Es sollte Kinder aber auch andere Personen davon abhalten, sich in unvorsichtiger oder böser Absicht der Hilb zu nähern. Verunreinigungen der Hilb z.B. wurde als schlimmes Vergehen geahndet. Das Hilbweible war ebenso Schutzgeist der Kinder wie Schutzgeist der Hilb.

 

Garde

Die Kolbinger Garde trägt seit 1979 ein blau/weißes Gardehäs, das im Jahre 2017 komplett erneuert wurde. 

Voraussetzungen für die Aufnahme in die Garde ist das Mindestalter von 16 Jahren zu Beginn der jeweiligen Fasnetsaison, sowie natürlich weiblichen Geschlechts. Bei mehr Bewerbungen werden Mädchen, die aus der Kindergarde in die Garde wechseln wollen, bevorzugt. 

Aufgabe der Garde ist es, den Verein bei seinen Umzügen und Veranstaltungen zu begleiten und ihn zu repräsentieren.

 

Kindergarde

Die Kindergarde trägt ebenfalls wie die Garde ein blau/weißes Gardehäs, welches im Jahr 2018 angeschafft wurde.
Voraussetzung für die Aufnahme in die Kindergarde ist das Mindestalter von 10 Jahren zu Beginn der Fasnetsaison, sowie weiblichen Geschlechts. Aufgabe der Kindergarde ist es, den Verein bei seinen Umzügen und Veranstaltungen zu begleiten und ihn zu repräsentieren.


Kindergarde

Minigarde

Die Minigarde wurde im Jahr 2017 ins Leben gerufen. Sie trägt ebenfalls wie die Garde ein blau/weißes Gardehäs, welches im Jahr 2018 angeschafft wurde.
Voraussetzung für die Aufnahme in die Kindergarde ist das Mindestalter von 6 Jahren zu Beginn der Fasnetsaison, sowie weiblichen Geschlechts. Aufgabe der Minigarde ist es, den Verein bei seinen Umzügen und Veranstaltungen zu begleiten und ihn zu repräsentieren.



Minigarde

 

Kolbinger Gaiß

Die Kolbinger Geiß läuft bei Umzügen vor der Narrenvogtei und trägt einen Galgen an dem das Kolbinger Ortswappen hängt. In der Vogtei wird er auch der "Täfelebub" genannt. 

Er hat die ehrenvolle Aufgabe während den Umzügen den Abstand zum vorderen Verein einzuhalten und den Zuschauern die nun kommende Vogtei anzukündigen.Sein Häs besteht aus echtem Geißenfell und ist ein Unikat innerhalb der Vogtei.